Geschichte der SPD Neuenrade
Der Beginn
1910: Gründung der SPD-Neuenrade.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist eine Partei mit langer Geschichte und guten Traditionen - auch in Neuenrade. Schon seit 1910 wirken hier Männer und Frauen der SPD für Demokratie und sozialen Fortschritt.
Handwerksgesellen, die auf ihre Wanderung durch Deutschland in Neuenrade ansässig geworden waren, Fritz Beys (Beruf: Zimmermann), Wilhelm Berg (Beruf: Zimmermann), Fritz Korte (Beruf: Schreiner) und Wilhelm Klüppelberg (Beruf: Bäcker), gründeten 1910 in unserer Stadt die SPD Neuenrade.
Die Partei zählte bei Ausbruch des 1.Weltkieges im Jahre 1914, 17 Mitglieder. Das war schon beachtlich, wenn man bedenkt, dass die Stadt Neuenrade zu der damaligen Zeit knapp 2000 Einwohner zählte.
1920 zieht Fritz Beys mit 4 weiteren Sozialdemokraten in das Stadtparlament ein.
Als Fritz Beys 1920 mit vier weiteren Sozialdemokraten in das Neuenrader Stadtparlament einzog, wusste er bereits eine gut organisierte Partei hinter sich. Die SPD stellte über lange Jahre den Gemeindevorsteher; heute sagt man bekanntlich "Bürgermeister".
1924 wird Wilhelm Becker ("Platten Wilhelm") Gemeindevorsteher.
Ab 1924 hieß der damalige Gemeindevorsteher Wilhelm Becker.
Unter seiner Leitung wurde 1928 erstmalig eine Abwasserkanalisation verlegt, welche den damaligen Ansprüchen genügte - heutigen jedoch sicher nicht mehr. Bis dahin flossen die Jauche und andere Abwässer einfach durch die Straßen. Auch verschwand das alte Kopfsteinpflaster auf der Ersten Straße und es wurde ein vernünftiger Bürgersteig angelegt. Wilhelm Becker erhielt dafür den Spottnamen "Platten Wilhelm" von den Bürgern; denn diese wurden, soweit sie Straßenfronten hatten, zur Zahlung herangezogen.
Nach 1930 war ein großer Teil der Neuenrader arbeitslos. SA-Terrorakte erschreckten die Bürger.
1930 stellte die SPD vier Stadtverordnete und zwar Fritz Beys, Wilhelm Becker, Fritz Korte und Fritz Aldehof, aber in der Folgezeit war das Stadtparlament schon zur Untätigkeit verdammt. 75 Prozent der Neuenrader Arbeiter waren erwerbslos. Steuern kamen kaum noch in den Stadtsäckel. Mitgliederversammlungen blieben leer. Man war erschreckt durch die Terror-Akte der mittlerweile stark gewordenen SA. Vor den Arbeitsämtern spielten sich wüste Schlägereien ab. 1932 war das Jahr, in dem die letzten Sozialdemokraten den Versammlungen fernblieben.
In dieser Zeit kam ein Beschluss des Werdohler Parlaments zustande, keine auswärtigen Arbeitnehmer zu beschäftigen, - sogar den Auswärtigen (auch Neuenradern) zu kündigen, um Platz für Werdohler Arbeiter zu bekommen.
Nach dem Krieg waren es wieder die "alten" Genossen, die am Neuaufbau mitarbeiteten.
1945/46, nach dem verlorenen Krieg und dem Zusammenbruch des Hitler-Reiches, fanden sich die alten Genossen wieder zusammen, um am Neuaufbau mitzuarbeiten. Es waren dies vor allem: Fritz Beys, Wilhelm Sieberg, Fritz Adelhof, Karl Klüppelberg, Dietrich Riecke, Heinrich Schulte und Josef Wegener. Nach der Kriegsgefangenschaft kam 1947 Fritz Jung dazu.
Wieder war es Fritz Beys, der einen Ortsverein formte. Unsere ersten Gemeindevertreter nach dem Krieg waren Wilhelm Sieberg und Josef Wegener sen. Das größte Problem, das die Gemeinde Neuenrade in dieser Zeit zu meistern hatte, war die Unterbringung und Versorgung vieler Ostvertriebener. Für andere wichtige Aufgaben hatte man keine Zeit und schon gar kein Geld.
Das einzige Kapital, das die Gemeinde hatte, war ein 2,5 ha großer 80jähriger Fichtenbestand. Den hatten die britische Besatzungsmacht allerdings beschlagnahmt und völlig abgeholzt. Vier Tage vor der Währungsreform bekam die Stadt dafür 125.000,- Reichsmark von den Briten. Das Geld war ein paar Tage später natürlich wertlos.
1949 wird Josef Wegener Bürgermeister
1949 wurde unser Genosse Josef Wegener Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl 1952 wurde die SPD erstmals mit 7 Mandaten stärkste Partei. Die CDU folgte mit 6 Sitzen, das Zentrum war mit 2 Ratsherren vertreten, die FDP stellte als neue Kraft 4 Ratsmitglieder. Sei Beginn der 50ger Jahre zeigte sich das politische
Leben in Neuenrade recht stabil - vor allem im Hinblick auf die große Kontinuität an der Spitze. Auch die Kommunalwahlen 1956 brachten der SPD mit 46,95% einen klaren Sieg. Damit hatte die SPD 9 Sitze, die CDU 7 Sitze und die FDP 2 Sitze im Rat.
Bei der Wahl im April 1961 kandidierte das Zentrum nicht mehr. Die CDU wurde dadurch gestärkt, die SPD musste geringe Verluste hinnehmen, während sich die FDP verbessern konnte. Auch ein Stimmenanteil der SPD von 44,49% reichte nicht aus, um das Bürgermeisteramt zu halten. Mit den Stimmen von CDU und FDP wurde als neuer Bürgermeister Werner Schulte-Mönting (FDP) gewählt.
Ab 1961 steht die SPD in der Opposition
In den weiteren Jahren musste die SPD im Stadtrat in die Opposition gehen. 1968 und 1974 standen Raumordnungsverfahren an. Zunächst wurde die Gemeinde Küntrop und später die Gemeinden Affeln, Altenaffeln und Blintrop eingemeindet. Unsere Fraktion stimmte damals der Eingliederung zu, um die Selbständigkeit unserer Stadt Neuenrade zu erhalten, obwohl sich alle Fraktionsmitglieder bewusst waren, dass durch den Zusammenschluss die SPD große kommunalpolitische Nachteile haben und auf die Stadt umfangreiche finanzielle Verpflichtungen zukommen würde.
Quellennachweis:
1. Auszug aus der Festzeitschrift zum 75.Geburtstag des SPD-Ortsvereins
2. Auszug aus dem Buch "Neuenrade" von Dieter Stievermann
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Handwerksgesellen, die auf ihrer Wanderung durch Deutschland in Neuenrade ansässig geworden waren,gründeten 1910 die SPD Neuenrade. Dies waren Zimmermann Fritz Beys, Schreiner Fritz Korte, Zimmermann Wilhelm Berg und der Bäcker Wilhelm Klüppelberg. Die Partei zählte bei Ausbruch des 1. Weltkieges im Jahre 1914 schon 17 Mitglieder. Das war beachtlich, wenn man bedenkt, dass die Stadt Neuenrade zu der damaligen Zeit knapp 2.000 Einwohner zählte. 1920 zog Fritz Beys mit 4 weiteren Sozialdemokraten in das Stadtparlament ein. Zu dieser Zeit wusste er bereits eine gut organisierte Partei hinter sich. 1924 wurde mit Wilhelm Becker (Platten Wilhelm) erstmals ein SPD Politiker Gemeindevorsteher.Unter seiner Leitung wurde 1928 erstmalig eine Abwasserkanalisation verlegt. Auch verschwand das alte Kopfsteinpfl aster auf der Ersten Straße und es wurde ein richtiger Bürgersteig angelegt. Wilhelm Becker erhielt dafür von den Bürgern den Spitznamen Platten Wilhelm .



